Wir alle waren schon dort oder kennen jemanden, der es war: die Person, die "nur raucht, wenn sie trinkt". Sie können wochenlang ohne Zigarette auskommen und sich auf Ihrem Weg sicher fühlen, aber sobald das erste Bier oder Glas Wein Ihre Lippen berührt, wird das Verlangen nach einer Zigarette überwältigend.
Warum passiert das? Ist es nur ein Mangel an Willenskraft oder steckt etwas Tieferes dahinter?
Wie sich herausstellt, ist die Verbindung zwischen Alkohol und Nikotin biologisch, psychologisch und physiologisch. Das Verständnis dieses Zusammenhangs ist der Schlüssel, um ihn zu durchbrechen.
Der perfekte Sturm: Stimulation und Sedierung
Alkohol ist ein Depressivum. Er verlangsamt Ihr zentrales Nervensystem, macht Sie entspannt und schließlich schläfrig. Nikotin hingegen ist ein Stimulans. Es beschleunigt Ihre Herzfrequenz und erhöht die Wachsamkeit.
Wenn Sie trinken, kämpft Ihr Körper natürlich gegen die sedierende Wirkung des Alkohols an. Nikotin wirkt als "Wachmacher" und wirkt der Schläfrigkeit entgegen, die Alkohol auslöst. Dies erzeugt einen Kreislauf, in dem Sie trinken, um sich zu entspannen, und dann rauchen, um wach zu bleiben, was es Ihnen ermöglicht, mehr zu trinken.
Forscher haben herausgefunden, dass Nikotin die durch Alkohol verursachte Schläfrigkeit ausgleicht, weshalb viele Menschen beim Ausgehen Kette rauchen, ohne es zu merken.
Der Pawlowsche Auslöser
Neben der Chemie gibt es eine mächtige psychologische Komponente: die klassische Konditionierung. Wenn Sie jahrelang beim Trinken geraucht haben, hat Ihr Gehirn diese beiden Handlungen miteinander verknüpft.
Genau wie Pawlows Hunde beim Klang einer Glocke speichelten, erwartet Ihr Gehirn einen Nikotinkick, sobald Sie Alkohol schmecken. Auch die Umgebung spielt eine große Rolle – Bars, Terrassen und Partys sind oft Kontexte, in denen Sie früher geraucht haben. In diesen Umgebungen zu sein, löst ein "hinweisgesteuertes Verlangen" aus, dem man nur schwer widerstehen kann.
Verminderte Hemmungen
Dies ist der offensichtlichste Faktor. Alkohol senkt Ihre Hemmungen und beeinträchtigt Ihr Urteilsvermögen. Der logische Teil Ihres Gehirns, der weiß, warum Sie mit dem Rauchen aufgehört haben – für Ihre Gesundheit, Ihr Geld, Ihre Familie –, schaltet sich nach ein paar Drinks ab.
Die Mentalität "nur eine wird nicht schaden" übernimmt die Kontrolle, und bevor Sie es wissen, haben Sie eine ganze Schachtel geraucht.
Praktische Strategien, um die Verbindung zu durchbrechen
Sie müssen kein Einsiedler werden, um rauchfrei zu bleiben. Hier ist, wie Sie mit Alkohol umgehen, ohne rückfällig zu werden:
1. Ändern Sie Ihr Getränk
Wenn Sie immer zu einem Bier geraucht haben, wechseln Sie zu einem Gin Tonic oder einem Mocktail. Das Ändern des Geschmacksprofils kann helfen, die automatische Assoziation zu durchbrechen, die Ihr Gehirn gebildet hat.
2. Beschäftigen Sie Ihre Hände
Rauchen ist eine taktile Gewohnheit. Wenn Sie ein Getränk in einer Hand halten, fühlt sich Ihre andere Hand leer an. Halten Sie Ihr Getränk in Ihrer Raucherhand oder spielen Sie mit einem Untersetzer, Strohhalm oder Fidget-Toy.
3. Kennen Sie Ihr "Sicheres Limit"
Für viele gibt es einen bestimmten Kipppunkt – vielleicht ist es das dritte Getränk –, an dem die Entschlossenheit bröckelt. Kennen Sie Ihr Limit und wechseln Sie zu Wasser, bevor Sie diesen Punkt erreichen.
4. Trennen Sie die Aktivitäten
Wenn Sie auf einer Party sind und die Raucher nach draußen gehen, bleiben Sie drinnen. Wenn Sie sich physisch vom Rauch entfernen, werden die visuellen und geruchlichen Auslöser reduziert.
Ein Werkzeug zur Bewältigung des Auslösers
Wenn Sie feststellen, dass Alkohol ständig der Grund ist, warum Sie auf Ihrem Weg zum Nichtraucher ausrutschen, lohnt es sich vielleicht, Ihre Beziehung zum Alkohol selbst zu untersuchen.
Das Verfolgen Ihrer Getränke kann Ihnen massive Einblicke in Ihre Auslöser geben. Wenn Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren, stellen Sie oft fest, dass Ihr Nikotinverlangen damit verschwindet.
Wir empfehlen Ihnen, Sober Tracker auszuprobieren, eine leistungsstarke App, die Ihnen hilft, Ihre alkoholfreien Tage zu verfolgen und Ihre Gewohnheiten zu verstehen. Genau wie beim Verfolgen Ihrer rauchfreien Tage kann das Verfolgen Ihrer nüchternen Strähne Ihnen die Motivation geben, die Kontrolle über beide Gewohnheiten zu behalten.
Das Fazit
Trinken muss nicht zum Rauchen führen. Wenn Sie die biologischen und psychologischen Zusammenhänge zwischen beiden verstehen, können Sie sich vorbereiten.
Wenn Sie das nächste Mal ausgehen und das Verlangen zuschlägt, denken Sie daran: Es ist nicht nur "Sie", der eine Zigarette will – es ist ein chemischer Trick. Nehmen Sie einen Schluck Wasser, atmen Sie tief durch und lassen Sie den Moment verbeigehen. Sie sind stärker als der Auslöser.

